Feuchte Keller, feuchte Wände, Schwitzwasser im Dach, ein unbehagliches Raumklima, Geruchsbelastungen oder gar Schimmelbefall sind häufige Problem- und Streitpunkte in Gebäuden.

Typische Fragen sind dann: Woher stammt die Feuchte, warum, wann und wie kann man in dem betroffenen Objekt überhaupt lüften, wer hat Schuld, was muss getan werden um die Problematik zu beseitigen.

Datenlogger
Zur Analyse dieses Fragekatalogs bieten sich Langzeitmessungen mittels Datenlogger an. Dabei werden über mehrere Wochen einige Male pro Stunde raumseitig Temperatur und die relative Luftfeuchte gemessen und im Rahmen einer anschließenden Analyse mit dem Außenklima sowie angrenzenden Räumen abgeglichen.

Schon aus einem einzelnen Messverlauf lassen sich in der Raumluft Witterungseinflüsse durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle, Störungen durch Lüftungsvorgänge und Feuchteeinträge durch Nutzung nachhalten.

Temperatur/Feuchtelogging eines ungestörterten Raums

 

 

 

 

 

 

 

Grafik 1: Rohdaten von Temperatur, Feuchte und Taupunktverlauf einer Messung in einem Schlafraum

Aus den gewonnenen Rohdaten können jedoch oft nicht direkt komplexere Aussagen zur Ausprägung und zum Gefährgungspotential von Feuchtelasten ermittelt werden, dazu sind je nach Falllage oder Aufgabenstellung feinteiligere Analysen unter Berücksichtigung weiterer Parameter wie dem Außenklima, kritischen Oberflächentemperaturen und der Nutzung erforderlich.

Farbliche Markierung unterstützen die Lesbarkeit der teils recht komplexen Grafiken und ermöglichen so eine visuelle Bewertung von Feuchteein- und -austrägen, der zeitlichen Nutzung, möglicher Trocknungsmöglichkeiten (etwa mit Hilfe von Außenluft) und der Schimmelgefahr. Hier zwei Beispiele zu möglichen grafischen Darstellungen:

Feuchtegang Hot

Grafik 2: Temperatur, Feuchte und Taupunktverlauf einer Messung in einem Badezimmer mit zeitlicher Bewertung der Schimmelgefahr (rote Bereiche)

Feuchtegang

Grafik 3: Verlauf von Temperatur, Feuchte und Taupunktverlauf einer Messung in einem Wohnraum

Wenn Feuchteprobleme trotz normativer Berechnungen auf Basis standardisierter Randbedingungen bestehen, helfen Messungen dieser Art mit Einbezug der realen Klima- und Nutzungsbedingungen bei einer Identifikation baulicher und/oder nutzungsabhängiger Probleme weiter.

Analyse

Aus einer zeitlichen Verschiebung von Feuchtelasten in den einzelnen Räumen können Rückschlüsse auf interne oder witterungsbedingte Belastungen geführt werden. Auch lassen sich hierüber Lüftungserfolge z.B. über Infiltrationsverluste der Gebäudehülle, mechanischer Lüftungsgeräte wie etwa Dunstabzug, Kamin oder Badlüfter sowie Fensterlüftungsvorgänge nachhalten und gegebenenfalls Maßnahmen zur Abhilfe ableiten.

Die Feuchtelast in einem Raum/in einem Objekt ist abhängig von der Bauausgleichsfeuchte, der Großwetterlage, der Objektlage und der Nutzung. Normative Berechnungen zu Beispiel nach DIN 4108-3 oder EN ISO 13788 berücksichtigen Randbedingungen bei hartnäckigen Feuchteproblemen in der Regel zu pauschal, so dass witterungs-, lage- und nutzungsabhängige Feuchtebewertungen anhand von realen Messdaten wesentlich mehr Aufschluss ermöglichen.

Messaufbau vor Ort

Typische Messaufbauten:

  1. Variante
    • je ein Datenlogger pro Feuchtraum (Bad, Schlafzimmer, Küche)
    • ein Datenlogger in einem Referenzraum (in der Regel der volumengrößte Raum z.B. Wohnzimmer)
    • ein Datenlogger zur Ermittlung des Außenklimas
  2. Variante
    • wie Variante 1, ergänzt um Aufnahme von zu bewertenden Schwachpunkten auf Basis des fRSI (Wärmebrückenfaktor) in Form eines zusätzlichen Oberflächentemperatur-Loggers an einer kritischen Stelle (z.B. Fensterlaibung oder Gebäudeaußenecke) zur Darstellung einer zeitlichen Feuchtegefährdung für das einzelne Bauteil.
  3. Variante
    • wie Variante 1, ergänzt um Infiltrationsberechnung (abgeleitet aus Trocknungseffekten, ähnelt vom Messaufbau dem Tracergas-Verfahren; keine aktive Nutzung der Räume im Messverlauf möglich). Hierüber lässt sich die wahre Luftwechselrate der bewerteten Räumlichkeit über Ritzen und Fugen und des Lüftungsverhaltens anhand der Raumgeometrie ableiten.

Aus Kosten/Nutzengründen führen wir zunächst meist eine reine Langzeitmessung nach Variante 1 durch und eskalieren dann mit dem Auftraggeber nach Sichtung und einer ersten Aufbereitung der Rohdaten den Auswertungsumfang auf die gewünschte Analysetiefe.

Üblicherweise sehten wir mindestens 3 Datenlogger in mindestens zwei Feuchträumen (z.B. Bad, Schlafzimmer, Küche), einem Referenzraum (z.B. Wohnzimmer, bzw. der Raum mit dem größten Volumen) sowie einen Datenlogger zur Klimaerfassung außen über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen ein.

Kosten

Die Kosten für 4 Datenlogger betragen bei einem reinen Messdurchgang (Variante 1) 150 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Versand und bei einer einfache Auswertung der Daten (Variante 2) inklusive Datenlogger 220 Euro. Ortstermine werden gesondert berechnet.