Mit dem europaweit einheitlichen Energieausweis sollen Gebäude im Bezug auf ihren Energiebedarf vergleichbar werden. Energieausweise sind daher seit dem 01.07.2008 in Deutschland bei Vermietung, Verpachtung und Eigentümerwechsel Pflicht und waren bislang auf Verlangen vorzuweisen. Mit Einführung der EnEV 2013 sind Energiekennwerte in Inseraten ein Pflichtbestandteil und Energieausweise Interessenten unaufgefordert darzulegen.

Warum?
Die Idee ist nicht neu. Bereits seit vielen Jahren sind deutschlandweit verschiedene Energiepässe in größeren Wohnungsbau- und Immobiliengesellschaften als Marketing- und Verwaltungsinstrument üblich. Was bisher gefehlt hatte, war eine einheitliche Basis mit der man auch unterschiedliche Wohngebäudetypen energetisch vergleichen konnte. Mit der RICHTLINIE 2002/91/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2002 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden wurde ein Instrument geschaffen mit dem nun auch in Deutschland der Energieverbrauch von Gebäuden einheitlich und transparent dargestellt werden kann.

Käufer, Verkäufer und Mieter einer Immobilie haben mit dem Energieausweis die Möglichkeit nicht nur über Äußerlichkeiten wie Preis und Ausstattung, sondern auch die energetischen Nebenkosten im Bezug auf die heute geltenden Mindestanforderungen vergleichbarer Neubauten zu bewerten. Der Energiepass bringt damit auch ein Stück mehr Sicherheit, nicht in eine falsche Immobilie zu investieren, bzw. nicht mehr für Energiekosten ausgeben zu müssen, als in einem vergleichbaren Objekt. Zudem sollen Investitionsanreize zur energetischen Sanierung geschaffen werden die die Wirtschaft fördern, den Immobilienbestand aufwerten und die Umwelt entlasten.

Pflicht: Mit Einführung der EnEV 2013 ab Mai 2014 ist die Vorlage eines Energieausweises nicht mehr "auf verlangen" sondern "unaufgefordert" vom Eigentümer vorzulegen. Immobilien- und Wohnungsinserate müssen seit dem zusätzlich die Energiekennzahlen des Energieausweises beinhalten. Nicht vorhandene Energieausweise oder nicht korrekt ausgewiesene Energiekennzahlen stellen eine Ordungswidrigkeit dar und werden seit dem 01.05.2015 mit bis zu 15.000 Euro für Bestandsgebäude und bis zu 50.000 Euro bei Neubauten gehandet.

 

 EnEV Label2013

 

Grafik: EU harmonisiertes Energielabel im Energieausweis ab EnEV 2014

Wann?
Der Energieausweis ist bei Vermietung, Verpachtung, Verkauf, Leasing und für Gebäude mit Publikumsverkehr vorzuweisen. Für Eigenheimbesitzer ändert sich zunächst erst einmal nichts.

Was steht drin?

Neben allgemeinen Gebäudedaten enthält der Bestands-Energieausweis Angaben zum IST-Zustand und bereits erfolgten energetischen Sanierungsmaßnahmen wie Wärmedämmung, Fenster- oder Heizungserneuerung. Bis zu zwei Modernisierungsvarianten mit jeweils mehreren Modernisierungsvorschlägen runden den Energiebedarfsausweis ab.

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Was nicht drin steht!
Der Energieausweis ist keine Konzepterstellung oder gar Planungsleistung für Sanierungsvorhaben. Er soll lediglich den Energieverbrauch von Gebäuden auf Basis einheitlicher normativer Randbedingungen vergleichbar machen. Empfohlene Sanierungsmaßnahmen werden im Energieausweis nur stichpunktartig abgefasst.

Gültigkeit?

Der Energiepass ist nach Ausstellung für 10 Jahre gültig. Das macht Sinn, denn die Anlagentechnik veraltert und die Weiterentwicklung von Baustoffen schreitet stetig voran.

Umfang?
Je nach Ausweisart werden die erforderlichen Daten vom Auftraggeber beigestellt oder vom Energieberater vor Ort ermittelt. Eine Begehung vor Ort wird empfohlen um einen Eindruck vom Gebäude zu erlangen und um zum Objekt passende Sanierungsempfehlungen aussprechen zu können. Im Rahmen der Gebäudebegehung werden Bauschäden, Zustand der Anlagentechnik und Abweichungen in den Unterlagen erkannt und in den Berechnungen und Maßnahmenvorschlägen berücksichtigt.

Die Angabe von Sanierungsempfehlungen erfolgt in den Energieausweisen stichpunktartig. Beim bedarfsorientierten Energieausweis fügen wir über die Anforderungen der EnEV hinausgehend ein Beiblatt mit ausführlichen Maßnahmenempfehlungen bei.

Das Erscheinungsbild des Energieausweises ist in der EnEV geregelt.


Was wird zur Erstellung benötigt?
Für die Erstellung eines Energieausweises werden folgende Informationen benötigt:

Verbrauchsausweis

    • Objektanschrift und -Foto
    • Rechnungsanschrift
    • Verbrauchsdaten der letzten 36 Monate (mindestens drei zusammenhängende, vollständige Jahre für Brennstoff/e (und Strom bei Warmwasserbereitung oder Beheizung))
    • Nutzfläche (alternativ Wohnfläche)
    • Angabe ob Keller beheizt oder unbeheizt
    • Art der Warmwasserbereitung und -menge
    • Beschreibung bereits durchgeführter Sanierungsmaßnahmen
    • gegebenenfalls ergänzende Vor-Ort-Begehung zur Bewertung des Gebäudezustands

 

Bedarfsausweis

    • Vor-Ort-Begehung zur Bewertung des Gebäudezustands
    • aktuelle Gebäudepläne, ggf. Baustoffbelege (alte Rechnungen)
    • Datenblatt der Heizungs-/Lüftungsanlage(n)
    • aktuelles Schornsteinfegerprotokoll
    • Verbrauchsdaten für Brennstoff/e und Strom (optional)
    • Angabe ob Keller beheizt oder unbeheizt
    • Art der Warmwasserbereitung und -menge
    • Beschreibung bereits durchgeführter Sanierungsmaßnahmen

 

Kosten?

Generell gilt zu den Unterlagen: Je umfassender und detailierter die Unterlagen sind, desto genauer, einfacher und kostengünstiger wird die Energiepasserstellung.

Derzeit stehen mehrere Berechnungsmodelle zur Verfügung, deren Umfang letztlich auch die Kosten bestimmen:

 

  1. bedarfsabhängiges Verfahren
    Der Gebäudezustand wird detailiert im Rahmen einer Begehung vor Ort erfasst und rechnerisch ausgewertet. Unter Ansatz eines durchschnittlichen Nutzerverhaltens entsteht für das Gebäude eine realistische Bewertung der Gebäudehülle und Anlagentechnik im Bezug auf die heute geltenden Mindestanforderungen der Energieeinsparverordnung für Neubauten.
    Die Kosten richten sich für Energiebedarfsausweise nach dem erforderlichen Aufwand und liegen für kompakte Ein-/Zweifamilienobjekte bei vollständiger Datenlage bei etwa 580 Euro zuzüglich An-/Abfahrt und gesetzlicher Mehrwertsteuer. Gegebenenfalls lohnt auch die Durchführung einer BAFA geförderten Energieberatung, da hierbei ein deutlicher Mehrwert durch konkrete Sanierungsempfehlungen, Amortisationsberechnung und Fördermittelberatung möglich sind.
  2. verbrauchsabhängiges Verfahren
    Dieses Verfahren wird von Wohnungsbaugesellschaften und Maklern favorisiert, da hier in der Regel detailierte Verbrauchsdaten zu den einzelnen Liegenschaften vorliegen und die Gebäude von Ihrer Substanz und Anlagentechnik hinreichend bekannt und die Kosten niedrig sind. Das Verfahren berücksichtigt jedoch nur den Verbrauch der letzten Bewohner und gibt keinen Aufschluss zum Gebäudezustand bezogen auf die heute üblichen energetischen Mindestanforderungen. Die Kosten für eine Energieverbrauchsausweiserstellung hängen hier maßgeblich von der Qualität des verwertbaren Datenmaterials und der Auswertung ab. Die am Markt gängigen Preise beginnen bei wenigen Euro für Energieausweise bei denen der Kunde zum Mitarbeiter wird und ungeprüft und fehlerhafte Daten selbst online einpflegt muss und Enden bei anteiligen Tagessätzen für qualifizierte und zugelassene Energieberater. 

Wir bieten verbrauchsorientierte Ausweise bei Vorlage aller erforderlichen und nachprüfbaren Daten für 1-2 Wohneinheiten für Wohngebäude ab 150 Euro und für jede weitere Wohneinheit zu je 50 € an (inklusive Registrierungsgebühr, zuzüglich gesetzliche Mehrwertsteuer und gegebenenfalls erforderliche Mehrleistungen wie An-Abfahrt).

Ein Aufmaß vor Ort, die Beschaffung von Protokollen oder Verbrauchsdaten sowie die Darlegung des Sanierungsstandes nach Wärmeschutzverordnung I gestalten sich mitunter zeitintensiv und stellen kostenpflichtige Mehrleistungen dar. Gerne unterbreiten wir Ihnen Anhand konkreter Angaben ein unverbindliches Angebot.

Dauer?

Energieausweise sind nicht neu und bereits seit 2008 Pflicht; seit dem 01.05.2015 müssen Energieausweise unaufgefordert vorgelegt und in Immobilienanzeigen veröffentlicht werden um einer Ordnungsstrafe zu entgehen. Viele Gebäudebesitzer kommen leider erst jetzt und im allerletzten Moment auf die Idee einen Energieausweis anfertigen zu lassen. Wir bitten um Verständnis, dass wir eine Ausweiserstellung gegenüber langfristig geplanten Projekten nicht bevorzugen können. Die Dauer der Ausfertigung richtet sich nach dem Umfang und Vollständigkeit der beigestellten Daten. Die übliche Durchlaufzeit beträgt für Verbrauchsausweise je nach Datenlage zwischen 2-8 Wochen, für Bedarfsausweise 4-6 Wochen nach Einreichen aller Unterlagen. Sofern zusätzliche Leistungen erbracht werden müssen verlängert sich die Ausführung entsprechend.

Datenschutzhinweis:
Die Daten des Energiepasses werden seit Herbst 2014 an das Deutsches Institut für Bautechnik [DIBt] als zuständige Registrierungsstelle übermittelt bis die örtlichen Bauämter wieder in der Lage sind diese hoheitliche Tätigkeit zu übernehmen. Die Registrierungskosten sind in den benannten Preisen einmalig mit enthalten.