"Des einen Freud, des anderen Leid"

Der freie Warenverkehr verkürzt und vereinfacht die Logistik in jeglicher Hinsicht. Leider so auch bei dem Abtransport gestohlener Waren; die Einbruchszahlen und die Höhe der dadurch entstandenen Schäden nehmen stetig zu. NRW nimmt hier eine traurige Spitzenposition ein wie die folgende Statistik zeigt. Selbstschutz ist daher heute mehr denn je gefordert. Die KfW hat daher das Förderprogramm 455 "Altergerecht Umbauen - Zuschuss" erneut angepasst.

Infografik: Mehr Wohnungseinbrüche in Deutschland kurbeln Sicherheitsmarkt an | Statista

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Insbesondere in ländlich geprägten Gebieten und in anonymer Umgebung finden viele Wohnungseinbrüche statt. Dies bestätigen uns auch immer wieder unsere Beratungskunden. Wir weisen daher in Beratungen eindringlich auf Verbesserungen im Einbruchschutz hin und zeigen auf Wunsch Möglichkeiten auf. Denn Objekte ohne hinreichende Absicherung werden gerne auch mehrfach heimgesucht bis die Qualität des nachgekauften potentiellen Diebesguts einen Einsatz nicht mehr rechtfertigt.

Wurden "lohnende Objekte" früher von Dieben durch entsprechende "Zinken" markiert, so fand mit dem Internet und den sozialen Medien eine Revolutionierung der "Einsatzplanung von Raubzügen" statt. Die Nutzungsgewohnheiten von Hausbewohnern lassen sich heute für professionell organisierte "Wohnungsumgestalter" bequem und mit relativ geringem Aufwand ermitteln. Die Gefahr durch aufmerksame Nachbarn oder entsprechende Zeichen auf einen bevorstehenden Diebstahl aufmerksam zu werden ist für diesen "Erwerbszweig" somit deutlich gesunken; Einbrüche finden heute vielfach ganz offensichtlich bei Tageslicht innerhalb der Woche statt. Im Umkehrschluss steigt das Risiko für Wohnungseigentümer durch einen unbedarften Umgang mit persönlichen Daten und freier Zugänglichkeit von Bewegungsprofilen erheblich an. Die Datensammelwut des Staats zur sogenannten "Terrorismusabwehr" tut ihr Übriges. Die Polizei steht diesem Treiben zwar nicht gänzlich hilflos gegenüber, aber kann allein aus personellen und ausstattungstechnischen Gründen längst nicht alle Fälle hinreichend aufgeklären, geschweige denn vorbeugend tätig werden.

Selbstschutz der eigenen 4 Wände ist das Gebot der Stunde.

Die KfW unterstützt die erforderlichen Maßnahmen daher nun ab einem Wert von 500 Euro (zuvor 2.000 Euro) im Förderprogramm 455 mit einem Investitionszuschuss von 10 % der förderfähigen Kosten, so dass nun auch kleine Wohneinheiten etwa in Mehrparteiengebäuden Anträge einfacher stellen können. Die Subventionsobergrenze beträgt maximal 1.500 Euro je Wohneinheit. Als förderfähig gilt laut Förderrichtlinie:

  • Einbau einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren nach DIN EN 1627 oder besser
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohnungseingangstüren sowie Türspione (z. B. Türzusatzschlösser, Querriegelschlösser mit/ohne Sperrbügel)
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster, Balkon- und Terrassentüren sowie einbruchhemmender Gitter und Rollläden (z. B. aufschraubbare Fensterstangenschlösser, drehgehemmte Fenstergriffe, Bandseitensicherungen, Pilzkopfverriegelungen)
  • Einbau von Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen (z. B. Kamerasysteme, Panikschalter, Personenerkennung an Haus- und Wohnungstüren, intelligente Türschlösser)
  • Baugebundene Assistenzsysteme (z. B. (Bild-)Gegensprechanlagen, Bewegungsmelder, Beleuchtung, baugebundene Not- und Rufsysteme)

Anträge sind durch den Subventionsempfänger oder dessen Bevollmächtigten vor Beauftragung der Maßnahmen über das Zuschussportal der KfW zu beantragen. Ein Anspruch auf Förderung besteht generell nicht. Programmänderungen sind vor Antragstellung zu prüfen. Entnehmen Sie diese bitte den KfW-Webseiten zum jeweiligen Förderprogramm.

 

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