Ab dem 01.04.2017 gilt das 2015 für Öl- und Gasheizungen eingeführte Effizienzlabel auch für Heizungen zur Heizwärme- und Warmwasserbereitung mit festen Brennstoffen wie Scheitholz, Pellets, Holzhackschnitzel und dem Klassiker Kohle. Grund für die "verspätete" Einführung ist die zeitversetzte EU-Gesetzgebung für diese Brennstoffe.

Neue Heizkessel ohne Effizienzlabel dürfen

ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in Betrieb gesetzt werden. Für gestehende Anlagen gilt jedoch noch Bestandsschutz.

Außer bei Kohle wird die Effizienzklasse bedingt durch den hohen regenerativen Anteil (Holz bindet beim Wachstum CO2) recht günstig ausfallen. Die Effizienzklassen reichen daher zunächst von "A++" bis "G". Ein aktueller Holzofen wird etwa in den Effizienzklassen zwischen A bis A++ liegen (Ein neuer Brennwertkessel liegt etwa bei "A"). Ab dem 26.09.2019 verschärfen sich die Anforderungen. Dann gelten die Effizienzstufen "A+++" bis "D". Anlagen mit der Effizienzstufe "G" dürfen dann nicht mehr in Betrieb gesetzt werden, wodurch sich der Druck auf altvordere Kohleöfen etwas erhöht.

Diese für Feuerstätten mit festen Brennstoffen neue Kennzeichnung ist zunächst rein informativ und soll eine bessere Transparenz hinsichtlich der Energieeffizienz für Bauherren ermöglichen. Der Feinstaubanteil wird nach diesen Anforderungen leider nicht berücksichtigt, wodurch ein wesentliches Kriterium für eine Wiederherstellung der Luftqualität insbesondere in städtischen Ballungsgebieten verspielt wird. Neue Feinstaubkriterien für Festbrennstoffe greifen erst ab 2020 nach der nächsten Novellierung der EU-Ökodesign-Richtlinie. Derzeit gilt in Deutschland noch das Bundesimmisionsschutz-Gesetz [BImSchG] mit zum Teil höheren Anforderungen hinsichtlich Schadstoffausstoß als im aktuellen EU-Recht festgeschrieben.

Wir empfehlen jedoch bereits heute auf einen geringen Feinstaubgehalt und einen hohen Wirkungsgrad der Anlage zu achten und die derzeit noch bestehenden Fördermöglichkeiten für Feinstaubfilter zu nutzen, da sich die Anforderungen in absehbarer Zeit ändern werden. Ein neuer Heizkessel spart übrigens kaum nennenswert Energie, dass schafft nur eine Verringerung der Energieverluste der Gebäudehülle. In wieweit mit einem Wechsel des Energieträgers nachhaltig Energiekosten gespart werden kann, wird die Kontinuität der Subventionierungsfortführung einzelnen Energieträger zeigen.

Link:

Fördermöglichkeiten BAFA "Heizen mit erneuerbaren Energien"